Wieso technische Gerät ein Haltbarkeitsdatum haben?

Kaufen für die Müllhalde
Ich habe auf ARTE einen guten Bericht zum Thema Haltbarkeit von Elektronik Geräten gefunden. Manchmal wundert man sich ja, dass ein Gerät genau nach der Garantiezeit kaputt geht. Diese Dokumentation gibt eine Antwort auf die Frage: Die Hersteller bauen schon eine Art Zeituhr für die Betriebsaufgabe mit ein. Natürlich machen sie dies nicht offiziell, sondern werden sich hüten, darüber offen zu sprechen. Sicherlich eine Doku, welche etwas populistisch sein könnte. Dennoch lohnt es sich mal darüber nachzudenken: „Kaufen wir für die Müllhalde?

Geplante Obsoleszenz
Quelle: Wikipedia

Londons Veröffentlichung zu geplanter Obsoleszenz

Die geplante Obsoleszenz ist Teil einer Produktstrategie. Beim Herstellprozess werden in das Produkt bewusst Schwachstellen eingebaut, Lösungen mit absehbarer Haltbarkeit oder Rohstoffe von schlechter Qualität eingesetzt. Das Produkt wird schnell schad- oder fehlerhaft, kann nicht mehr in vollem Umfang genutzt werden.

Häufig wird gleichzeitig dafür gesorgt, dass eine Reparatur übermäßig teuer wäre oder gar nicht möglich ist. Der Kunde will oder muss daher das Produkt durch ein neues ersetzen. Die Obsoleszenz ist unabhängig vom Produktlebenszyklus, der sich nicht auf die Haltbarkeit eines einzelnen Produktes bezieht, sondern auf den Zeitraum von der Entwicklung bis zum Verkaufsende.

Zu geplanter Obsoleszenz gehören auch Maßnahmen, die nicht auf die (Zer-)Störung der eigentlichen Funktionalität abzielen, sondern bewusst Möglichkeiten der Abnutzung einbauen. So kann durch entsprechende Materialwahl das Aussehen und die Haptik eines Produkts derart beeinflusst werden, dass (etwa) nach Ablauf der Gewährleistungsfrist ein direkter Vergleich mit Neuprodukten letztere erheblich besser dastehen lässt, als es bei einem bloßen Funktionsvergleich der Fall wäre. Bei Mobiltelefonen werden beispielsweise bewusst leicht einzudrückende Schalen oder Gehäuse mit Kunstlederanteilen eingesetzt, die nach einiger Zeit deutlich abgegriffen sind.

Möglich ist auch der Einbau eines Mechanismus, welcher nach einer gewissen Betriebsstundenzahl, die größer als die Garantiezeit sein sollte, entweder eine Zerstörung wichtiger Funktionskomponenten hervorruft oder eine Betriebsstörung vortäuscht. Das Gerät kann dann nur durch eine in der Gebrauchsanleitung nicht beschriebene Aktion, welche nur Servicetechnikern bekannt sein sollte, wieder in Gang gebracht werden. Letzteres war (und ist womöglich noch) bei manchen PC-Druckern der Fall.[1][2]

Gerne als Beispiel für eine geplante Obsoleszenz herangezogen wird das 1924 gegründete Phoebuskartell, in dem die nominale Brenndauer von Glühlampen international auf 1000 Stunden festgelegt wurde.[3] Der Begriff geht zurück auf Bernard LondonsVeröffentlichung Ending the Depression Through Planned Obsolescence von 1932.[4]

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